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Wo die wilden Gärtner leben – Sommerferiencamp im Kleinen Garten

„Das ist eine Brombeere. Probier mal.“

„Aber ich mag kein Obst“

„Auch nicht, wenn du es SELBER geerntet hast? Da wär ja die ganze Arbeit umsonst.“

„Na gut, eine.“

„Nimm die hier, die ist schon ganz groß, weich und saftig“

„Ok“. Ruhe. Schmatzen. „Mhhhh. Lecker. Ich mag ein neues Obst.“
Dies war eine der vielen kleinen Begebenheiten, die das Sommerferiencamp im Kleinen Garten zu etwas ganz Besonderem machten.

Vom ersten bis fünften August wuselten 13 Kinder zwischen 7 und 12 durch den Gemeinschaftsgarten „Kleiner Garten“ und erkundeten dort spielerisch die Natur. Ein Team von PädagogInnen und GemeinschaftsgärtnerInnen begleitete Sie dabei. Benedikt vom ÖIZ, Sarah und Julie vom Jungen Gemüse organisierten das Camp und holten sich zur Verstärkung für den Lehmofenbau noch Adrian und Vincent mit dazu. So konnte das erste Sommerferiencamp in einem der UFER-Projekte e.V. Gärten starten.

Von Höhlen bauen aus Weidenruten, über Wasserspiele am Bach, Ernten von Gemüse und Brombeeren bis hin zu einer Tour durch den botanischen Garten gab es viel zu erleben. Dabei konnten die Kinder sich größtenteils selbstbestimmt durch den Garten bewegen und sich austoben. So kamen sie an einem Regentag von ganz allein auf die Idee kreative Wassersammelmethoden zu entwickeln und Ressourcen zu speichern.

Das Highlight war aber sicherlich der Bau unseres Lehmofens. Hier lernten die Kinder und wir, wie aus einfach zu beschaffenden Ressourcen wie Lehm und alten Ziegeln ein Ofen konstruiert werden kann. Der wohl spannendste Moment des Camps war der, an dem die Schablone des Gewölbes aus dem Bauwerk gezogen wurde und die Ziegelsteine wie durch ein Wunder fest zusammen hielten. Wahnsinn! Doch auch das Mischen des Lehms und abdichten des Ofens machten uns viel Spaß. Am Ende wurde das Bauwerk dann noch mit Scherbenmosaiks verschönert.
Am Freitag feuerten wir den Ofen das erste mal an und probierten ein von den Kindern gewünschtes Rezept aus: „Schlemmerbrot“. Ein mit Käse und selbstgemachter Kräuterbutter gefülltes und im Ofen überbackenes Brot.

Dafür mussten wir den Ofen 1 ½ Stunden anfeuern und gut auf das Feuer achten, anschließend wurde die Glut aus dem Ofen genommen und das Brot hineingeschoben. Die Schamottsteine und die dicke Ziegelwand hielten genug Wärme im Ofen um unser Essen zu erhitzen.

Ziel des Camps war es, den Kindern ganz praktisch Wissen über ökologische Zusammenhänge, gesunde Ernährung, Gärtnern und Partizipation zu vermitteln. Dafür bereiteten wir keine theoretischen Inputs vor, sondern proboierten gemeinsam viel aus und beantworteten Fragen. „Wo steht denn hier der Lauch?“, „Warum schmeißen wir die Gemüseabfälle auf den Kompost?“, „Woher kommt der Lehm?“, „Warum gibt es zum Mittag kein Fleisch?“, „Was wächst da?“ Beim beantworten dieser Fragen spielte sich in den Kinderköpfen deutlich sichtbar einiges ab. Auch beim Umgang miteinander konnten einige Kinder in dieser Woche viel lernen. Zum Beispiel beim Morgenkreis, wo wir das Tagesprogramm gemeinsam planten und jede Stimme zählte.

Es ist erstaunlich, wie schnell so eine Woche vergehen kann. Zwischen bauen, spielen, erkunden und essen flog die Zeit davon und schon war das Camp vorbei.

Wir planen für das nächste Jahr eine Wiederholung!

Schnippel-Party im Gemüsebeet

Vor zwei Wochen gab’s zum zweiten Mal einen Haltbarmach-Workshop im Kleinen Garten. Er fand im Rahmen der Veranstaltungsreihe »Seitentriebe – praktisch was lernen« des Gartennetzwerks statt. Einen ausführlichen Bericht dazu findet ihr hier, und ein paar Fotos wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten.

 

Ein Dienstag im Juni

Ein ganz normaler Dienstag nachmittag, es regnet in Strömen – es ist wie jede Woche offene Gartenzeit im Kleinen Garten.

Zur Begrüßung kraschpelt und raschpelt es gewaltig unter unserem »Materiallager«, im Moment einem ziemlich unsortierten Haufen neben unserer Hütte.  Rick, der unterdessen eingetroffen ist, lüftet mit mir die Plane – und es kommt ein Fuch zu Vorschein, der es sich gemütlich gemacht hat. Verstreut um ihn herum liegen eine tote Maus, Brötchen, Baguette, Wurstverpackungen, ein Ei und natürlich auch ne Menge Kot, der fasst nur Kirschkerne enthält und an dem sich die Schnecken laben. Hmmmmm …!

Der Fuchs lässt uns viel Zeit ihn anzuschauen, bis er sich nach 10 Minuten doch entschließt, in den Knöterichwald zu verschwinden. Die Erkenntnis daraus ist, dass wir dringend das Materiallager umräumen müssen – morgen, Mittwoch, 17 Uhr!

Später kommen fünf weitere GärtnerInnen mit einem Teilauto und bringen 250 Backsteine und eine Badewanne. Schnell ist eine kleine Mauer aufgestapelt – Baumaterial für Beete und Terrasse – yippie! Und danach: Beeren essen! Hmmmm …!

 

Ein Abschlussrundgang durch den Garten (jetzt mit Abendsonne!) zeigt die Vielfalt an essbaren Leckereien, die wir fast alle dieses Frühjahr erst angepflanzt haben und die erstaunlicherweise schon einiges an Früchten tragen. Hmmmm …!

Frühjahr im Kleinen Garten

Das Frühjahr ist im vollen Gange und das zweite Gartenjahr des »Kleinen Garten Strehlen« hat begonnen. In den letzten zwei Monaten ist viel passiert, fast fühlt es sich an wie ein zweites erstes Jahr.

Als ersten Streich im Februar haben wir die Fichte gefällt, die in der Mitte unseres dreieckigen Grundstücks stand. Ihr Stamm ist noch erhalten und wartet auf Menschen, die ihn in ein Piratenausguck, hängende Gärten, in ein Kettenkarussell oder ein anderen kreativen Garten-Mittelpunkt verwandeln.

Durch das viele Sonnenlicht, dass nun in die Gartenmitte strahlt, konnten wir daraufhin dort Gemüsebeete anlegen, die nun schon fleißig bepflanzt werden. Leider hat sich die Nacktschnecken-Population anscheinend über den Winter vervielfacht und macht uns noch mehr zu schaffen als letztes Jahr. Sie scheinen vor nichts halt zu machen  – sogar dem Salbei, Estragon und Pfefferminze werden die Blätter abgefressen. Nur den Staudenknöterich und die Brombeeren essen sie (leider!) nicht. In unserer Verzweiflung überlegen wir manchmal einfach auf Schneckenzucht umzustellen und einen Super-Kleber aus ihnen zu entwickeln 😉

Eine freundlichere Lösung für die friedliche Koexistenz mit den Schnecken haben wir auch schon begonnen: wir haben knapp 40 Obstbäume und Beeren im Uferbereich des Gartens gepflanzt. Der Grund dafür ist, dass Schnecken keine Stachelbeeren mögen (zumindest noch nicht). Außerdem befolgen wir damit das geltende Gewässerschutz-Gesetz, welches uns untersagt im Uferrandbereich Gemüsebeete anzulegen, da bei Hochwasser der Boden erodieren könnten. Die neu gepflanzen Büsche und Bäume haben somit einen vielfältigen Nutzen: sie durchwurzeln das Ufer, sie bieten Lebensraum und Nahrung für Insekten und erhalten die Artenvielfalt in der Stadt und gleichzeitig liefern sie uns wohlschmeckende Blüten und Beeren. Die gepflanzte Wildobsthecke bietet außerdem einen hübschen Sichtschutz zum Fußweg.

Mit vielen helfenden Händen und trotz Gewitter und strömendem Regen haben wir im April die Bäume gepflanzt und die meisten entwickeln sich gut. Kommt vorbei und schaut selbst, schon bald wird es die ersten Stachelbeeren zu naschen geben.

Ein weiteres Projekt welches gerade in den letzten Zügen steckt ist unser Gewächshaus. Nachdem letztes Jahr unsere zuerst wunderbar wachsenden Tomaten alle der Krautfäule zum Opfer gefallen sind, wünschen wir uns dieses Jahr eine größere Ernte – mit Hilfe eines Gewächshauses. Dies besteht natürlich nur aus „lokalen“ Baumaterialien, die wir mit Hilfe von vielen offenen Augen, freundlichem Nachfragen und spontanen Aktionen sammeln. Zum einen wurde in direkter Nachbarschaft ein Dach neu gedeckt, zum anderen an einem Haus die Fenster ausgetauscht. Fenster und Dachlatten bildeten so zusammen mit ein paar Backsteinen den „Bausatz“ fürs Gewächshaus. Anfang Mai wurde das Fundament gelegt, drei Rahmen gebaut und dieses Wochenende kommen die Fenster dran.

Und zu guter letzt: diese Woche sind wieder zwei Bienenvölker in den Garten eingezogen und summen fleißg im Knöterich rum – herzlich willkommen!

Und jetzt? Der Sommer kommt und es gibt noch viel Raum im Kleinen Garten für weitere Bau- und Pflanzprojekte. Nicht nur der oben erwähnte Fichtenstamm wartet auf Verschönerung. In unseren Köpfen geistert eine Terasse mit Sommerküche herum, ein Lehmofen, Hochbeete, die Brunnen-Instandsetzung oder eine Kompost-Station für die Nachbarschaft.

Nicht nur das Bauen, sondern auch die Garten-Nutzung darf noch erweitert werden: Workshops, Feste, Yoga, Singen … der Kleine Garten freut sich auf Eure Ideen.

Um diese auch alle umsetzen zu können suchen wir folgendes gutes Werkzeug und Materialien. Schaut doch mal in Eure Keller (oder in die von euren Eltern und Verwandten) – wir freuen uns über Spenden:

Spaten
Schaufel
Grabegabel
Spitzhacke
Handschaufeln
Heckenscheren
Sense
große Grasschere

Arbeitshandschuhe
Bank
Sonnensegel
Schnüre& Seile
Bügelsäge
Fuchsschwanz
Zange
Brecheisen/Zieheisen
Hammer
Schraubenzieher

Stroh, Heu,
Grünschnitt / Mist
Bretter
Steine

Die Stadt ist ihr Garten

Ein Filmchen über den Kleinen Garten, den das nette Team vom SPIESSER.de gemacht hat. Die Januar-Sonne hat uns für den Dreh ein paar sonnige Stunden geschenkt – nur die Beete sehen wirklich nach Winter aus. Viel Spaß beim Gucken – auf bald im Garten!

Von Gemüse und Gemeinschaft

Ein Artikel über unseren Garten auf dem Blog von Hallo Dresden:

Urban Gardening, gemeinschaftliches Gärtnern in der Stadt, liegt im Trend. Auch in Dresden-Strehlen hat sich eine Gruppe Menschen zusammen gefunden um eine Brachfläche in eine kleine Gartenoase zu verwandeln. Weiterlesen hier

Gartnern1_Copyright_Kleiner Garten

Blubb-Blubb-Blubb

Letzte Woche hat es ordentlich geblubbert im Kleinen Garten, denn am Freitag gab’s das erste Mal einen Workshop bei uns. »Blubber! – die Ernte haltbar machen« war Teil der »Seitentriebe«-Workshopreihe des Gartennetzwerks Dresden.
Trotz grauem Nieselwetter kamen 15 Interessierte in den Garten um zu erfahren, auf welche vielfältige Art und Weise sie ihre Erträge aus den Gärten halbtar machen können. Vom optimalen Lagern, über die Trockung und Sterilisation bis hin zu milchsauren Gärung wurden alle Haltbarmach-Techniken besprochen. Es gabe eine große Probier-Runde, bei der unsere Geschmacksnerven voll gefragt waren und drei der Rezepte wurden im Anschluss gleich praktisch ausprobiert. Bis es dunkel wurde haben wir Kürbis-Chutney, Apfel-Birnen-Kompott und milchsaure Ingwer-Möhren-Sticks blubbern lassen.

Wer mehr erfahren möchte, kann hier in das Handout vom Workshop reinschnuppern und sich schon auf mehr »Seitentriebe«-Workshops im nächsten Jahr freuen.

Erntezeit im Kleinen Garten

Was für ein schönes Gefühl das selbst angebaute Gemüse zu Pflücken und zu Hause zu köstlichen Speisen zu verarbeiten. Auch die fiese Brombeerhecke, gegen deren monströse Auswüchse wir schon das ganze Jahr kämpfen, gab ein paar leckere, saftig-süße Beeren ab. Die Hälfte wurde schon beim Pflücken genascht, die Versuchung zu groß und einige Beeren waren schon so saftig, dass sie beim Pflücken in der Hand platzten und ganz schnell gegessen werden mussten…

Unser Mangold scheint das ergiebigste Gemüse im Garten zu sein. Er wächst schnell und kann fast täglich geerntet werden. Nur was macht man mit Mangold? Prinzipiell kann man ihn wie Spinat verarbeiten: Einfach in etwas Salzwasser kochen, in Quiches oder Aufläufe mischen, Eintöpfe kochen (da am besten alles Gemüse Kochen und die Mangoldblätter 5 Minuten bevor die Suppe fertig ist dazugeben, dann zerkochen sie nicht zu sehr) oder ganz einfach aus den frischen Blättern einen Salat machen. Der kann dann mit Tomaten, gekochten Bohnen, Zuckerschoten, Blüten (z.B. Kapuzinerkresse, Ringeblume, Kamille oder Borretsch) aufgepeppt werden. Etwas Öl und Essig drüber, fertig ist der Gartensalat. Mhhhhhh…..


Hier ein kleines Rezept für einen sommerlichen Garteneintopf mit Mangold und Maisklöschen á la Julie:

für 4 Portionen

– 1 Zwiebel
– 6-8 Tomaten
– 1 große Zucchini
– 1 Fenchel
– 2 Möhren
– 2 Paprika
– 1 Hand voll Bohnen
– 6-10 Mangoldblätter (je nach Größe)
– 1 El Öl oder 3 El Wasser
– 400 ml Wasser
– 100 g  Maisgries/Polenta + etwas Gemüsebrühe oder Kräutersalz + ca. 150 ml kochendes Wasser
– 750 ml passierte Tomaten/Passata
– 1/3 – 1/2  Tl Paprikapulver
– Pfeffer, Salz
– 1 Spritzer Zitronensaft oder Essig
– Frische oder getrocknete Kräuter nach belieben (z.B.: Thymian, Oregano, Estragon, Rosmarin)

Zubereitung

  1. Gemüse schnibbeln
  2. In einem Topf 1 El Öl oder 3 El Wasser erhitzen und Zwiebeln darin glasig dünsten
  3. Zucchini, Fenchel, Möhren und Paprika dazugeben. Alles etwas dünsten und gelegentlich umrühren.
  4. 400 ml Wasser und die Bohnen dazu geben und alles ca. 5 Minuten kochen lassen, dabei immer wieder umrühren.
  5. Tomaten, Passata, Kräuter, Paprikapulver, Salz und Pfeffer dazugeben
  6. Solang die Suppe vor sich hin köchelt (ca. 15 Minuten) werden die Maisklöschen zubereitet.
  7. Dazu Wasser im Wasserkocher zum kochen bringen. Polenta mit Gemüsebrühe oder Kräutersalz in einer Schüssel mixen, mit Wasser aufgießen und unter schnellem rühren einen dicken Brei entstehen lassen. Der Brei sollte eine feste Konsistenz haben (etwa wie Plätzchenteig) ist er zu flüssig noch etwas Polenta hinzu, ist er zu trocken noch etwas Wasser dazu.
  8. Nun werden aus dem Brei mit einem Löffel oder den Händen Klößchen geformt und in die Suppe geworfen.
  9. Zum Schluss noch den Mangold und einen Spritzer Zitronensaft/Essig hinzu.
  10. Das ganze noch 5 Minuten köcheln lassen, abschmecken und dann heiß servieren.

Die Suppe kann mit frischer Minze und Ringelblumenblüten oder Kapuzinerkresse dekoriert werden.

Gut gefeiert!

Herzlichen Dank an alle Gäste und die fleißigen Heinzelmännchen, die alles vorbereitet haben!

Unser 1. Gartenfest war sehr schön und „katergerecht“ entspannt.

Bausonntag im Kleinen Garten

Heute wurde kräftig gewerkelt im Kleinen Garten. Das Gerüst unserer Gartenhütte steht, beim Sommerfest nächste Woche kann also auch Richtfest gefeiert werden.

Und es wurde von vielen fleißigen Händen Knöterich bekämpft, geimkert, aufgeräumt, gemäht, gemacht und getan. Aber natürlich gabs auch Entspannung und vieles Leckeres. Danke für den himmlischen Rhabarber-Crumble, Uli!

Wir freuen uns alle auf die gemeinsame Gartenfeier am nächsten Sonntag ab 14 Uhr, wozu alle herzlich eingeladen sind.

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