Das Frühjahr ist im vollen Gange und das zweite Gartenjahr des »Kleinen Garten Strehlen« hat begonnen. In den letzten zwei Monaten ist viel passiert, fast fühlt es sich an wie ein zweites erstes Jahr.

Als ersten Streich im Februar haben wir die Fichte gefällt, die in der Mitte unseres dreieckigen Grundstücks stand. Ihr Stamm ist noch erhalten und wartet auf Menschen, die ihn in ein Piratenausguck, hängende Gärten, in ein Kettenkarussell oder ein anderen kreativen Garten-Mittelpunkt verwandeln.

Durch das viele Sonnenlicht, dass nun in die Gartenmitte strahlt, konnten wir daraufhin dort Gemüsebeete anlegen, die nun schon fleißig bepflanzt werden. Leider hat sich die Nacktschnecken-Population anscheinend über den Winter vervielfacht und macht uns noch mehr zu schaffen als letztes Jahr. Sie scheinen vor nichts halt zu machen  – sogar dem Salbei, Estragon und Pfefferminze werden die Blätter abgefressen. Nur den Staudenknöterich und die Brombeeren essen sie (leider!) nicht. In unserer Verzweiflung überlegen wir manchmal einfach auf Schneckenzucht umzustellen und einen Super-Kleber aus ihnen zu entwickeln 😉

Eine freundlichere Lösung für die friedliche Koexistenz mit den Schnecken haben wir auch schon begonnen: wir haben knapp 40 Obstbäume und Beeren im Uferbereich des Gartens gepflanzt. Der Grund dafür ist, dass Schnecken keine Stachelbeeren mögen (zumindest noch nicht). Außerdem befolgen wir damit das geltende Gewässerschutz-Gesetz, welches uns untersagt im Uferrandbereich Gemüsebeete anzulegen, da bei Hochwasser der Boden erodieren könnten. Die neu gepflanzen Büsche und Bäume haben somit einen vielfältigen Nutzen: sie durchwurzeln das Ufer, sie bieten Lebensraum und Nahrung für Insekten und erhalten die Artenvielfalt in der Stadt und gleichzeitig liefern sie uns wohlschmeckende Blüten und Beeren. Die gepflanzte Wildobsthecke bietet außerdem einen hübschen Sichtschutz zum Fußweg.

Mit vielen helfenden Händen und trotz Gewitter und strömendem Regen haben wir im April die Bäume gepflanzt und die meisten entwickeln sich gut. Kommt vorbei und schaut selbst, schon bald wird es die ersten Stachelbeeren zu naschen geben.

Ein weiteres Projekt welches gerade in den letzten Zügen steckt ist unser Gewächshaus. Nachdem letztes Jahr unsere zuerst wunderbar wachsenden Tomaten alle der Krautfäule zum Opfer gefallen sind, wünschen wir uns dieses Jahr eine größere Ernte – mit Hilfe eines Gewächshauses. Dies besteht natürlich nur aus „lokalen“ Baumaterialien, die wir mit Hilfe von vielen offenen Augen, freundlichem Nachfragen und spontanen Aktionen sammeln. Zum einen wurde in direkter Nachbarschaft ein Dach neu gedeckt, zum anderen an einem Haus die Fenster ausgetauscht. Fenster und Dachlatten bildeten so zusammen mit ein paar Backsteinen den „Bausatz“ fürs Gewächshaus. Anfang Mai wurde das Fundament gelegt, drei Rahmen gebaut und dieses Wochenende kommen die Fenster dran.

Und zu guter letzt: diese Woche sind wieder zwei Bienenvölker in den Garten eingezogen und summen fleißg im Knöterich rum – herzlich willkommen!

Und jetzt? Der Sommer kommt und es gibt noch viel Raum im Kleinen Garten für weitere Bau- und Pflanzprojekte. Nicht nur der oben erwähnte Fichtenstamm wartet auf Verschönerung. In unseren Köpfen geistert eine Terasse mit Sommerküche herum, ein Lehmofen, Hochbeete, die Brunnen-Instandsetzung oder eine Kompost-Station für die Nachbarschaft.

Nicht nur das Bauen, sondern auch die Garten-Nutzung darf noch erweitert werden: Workshops, Feste, Yoga, Singen … der Kleine Garten freut sich auf Eure Ideen.

Um diese auch alle umsetzen zu können suchen wir folgendes gutes Werkzeug und Materialien. Schaut doch mal in Eure Keller (oder in die von euren Eltern und Verwandten) – wir freuen uns über Spenden:

Spaten
Schaufel
Grabegabel
Spitzhacke
Handschaufeln
Heckenscheren
Sense
große Grasschere

Arbeitshandschuhe
Bank
Sonnensegel
Schnüre& Seile
Bügelsäge
Fuchsschwanz
Zange
Brecheisen/Zieheisen
Hammer
Schraubenzieher

Stroh, Heu,
Grünschnitt / Mist
Bretter
Steine