Es sind Sommerferien in Sachsen und auch die Dresdener Gemeinschaftsgärtner_innen nutzen diese Zeit für ein paar Ausflüge. So auch letztes Wochenende, an dem sich eine Gruppe der UFER-Projekte mit Vertreter_innen aus dem Gemeinschaftsgarten Dresden Johannstadt (Sebastian), dem Gemeinschaftsgarten hechtgrün (Philip) und dem Kleinen Garten (Gerrie, Steve und Julie) auf den Weg nach Nürnberg machten. Dort, im wunderschönen Stadtgarten Nürnberg, fand das 3. Urban Gardening Sommercamp statt, bei dem ca. 100 Stadtgärtnerinnen aus über 40 verschiedenen Projekten angemeldet waren.

Auf dem Sommercamp wurden viele spannende Workshops angeboten. Es wurden grüne Smoothies gemacht, über Bildung im Garten gesprochen, spannende Planungsmethoden wie Dragon Dreaming vorgestellt und diskutiert, eine Radtour durch Nürnberg mit Abstecher zu weiteren Stadtgärten gemacht, wissenschaftliche Arbeiten vorgestellt (wie die von Ella von der Haide, die mit ihrer Arbeit bei der Vermittlung zwischen Gärten und städtischen Institutionen helfen will) und vieles mehr.

Doch vor allem war dieses Wochenende eine perfekte Gelegenheit sich auszutauschen. Schon am ersten Abend kam beim Grillen eine gemütliche Atmosphäre auf. Bei veganen Leckereien, frisch geernteten Tomaten, selbstgemachten Aufstrichen und einem kühlen Bier wurden Gartenwitze gerissen, Geschichten erzählt, aber auch über Probleme diskutiert, die vor den wenigsten Gärten halt machen. Dabei entstand bei mir das wohlig warme Gefühl, in ein weites Netz aus Gleichgesinnten eingespannt zu sein.

Das machte sich vor allem am zweiten Tag bemerkbar, an dem eine Möglichkeit diskutiert wurde, allen Stadtgärten eine gemeinsame Stimme zu geben: Das Manifest für urbane Gärten. Seit einer ganzen Weile basteln Stadtgärtner_innen aus ganz Deutschland mit Unterstützung der Stiftungsgemeinschaft Anstiftung & Ertomis  daran, ein Selbstverständnis für alle Stadtgärten zu entwickeln. Dabei geht es neben der Stärkung der Stadtgartenbewegung untereinander auch darum, vor kommunalen Entscheidungsträger_innen geschlossen auftreten zu können und die Gärten so besser in das jeweilige Stadtbild integrieren zu können. Wir halten euch über diesen Prozess, in den auch wir uns einbinden können auf dem Laufenden. In unseren Gärten steckt auf jeden Fall viel mehr als nur ein paar Tomatenpflanzen und Kräuterspiralen.

Es wurde viel diskutiert, geträumt, wieder auf den Boden der Tatsachen geholt, gestaunt, gelacht und kleinen Regenschauern getrotzt.

Die großartige Verpflegung durch die Nürnberger Küchengöttin, Xenia, die mit Herz und Verstand und vielen fleißigen Helfer_innen die leckersten veganen Kreationen für uns auftischte, rundete das ganze Wochenende zu einem der Highlights des Gartenjahres ab.

Danke liebe Nürnberger Stadtgärtner_innen und vor allem liebe Stiftungsgemeinschaft Anstiftung & Ertomis, für dieses grandiose Wochenende und die wichtige Vernetzungsarbeit die ihr betreibt.

Ein paar Eindrücke und weitere Infos findet ihr hier.